az-Länderserie Neuseeland

Neuseeland gibt bei Milch den Ton an


Üppige Weidegründe und grasende Rinder prägen die Landschaft wie hier auf der Nordinsel Neuseelands.
-- , Foto: Neuseland-Blog
Üppige Weidegründe und grasende Rinder prägen die Landschaft wie hier auf der Nordinsel Neuseelands.

Die wichtigsten Agrargüter Neuseelands sind Rindfleisch und Milch. Diese Erzeugnisse führen sowohl bei Produktion nach Volumen als auch nach monetärem Gegenwert die Rankings an. Sie zählen zu den wichtigsten Exportgütern des Inselstaates südöstlich von Australien. Rinder, die ganzjährig auf den Weiden gehalten werden, haben nach der Wirtschaftskrise Neuseelands in den 1980ern Schafe als wichtigste Tierart abgelöst, als neben dem Wegfall der Subventionen auch ein Verfall des Wollpreises neuseeländische Landwirte zum Umdenken zwang.

Der Rinderbestand steigt weiter kontinuierlich an. Im Jahr 2013 wurden etwa 10,2 Millionen Tiere gezählt. Die Rindfleischproduktion lag 2013 bei knapp 565000 t. Bis zu zwei Drittel davon werden exportiert.

Bei Milch und Milchprodukten, insbesondere Milchpulver, ist Neuseeland ebenfalls wichtigster Exporteur weltweit. Ein Drittel des gesamten Welthandels mit Milchprodukten wird von Neuseeland bestritten. Die Milchproduktion stieg von unter 10 Mio. t Anfang der 1990er Jahre auf annähernd 20 Mio. t im Jahr 2013 an, wovon 90 Prozent ausgeführt werden.
Ein wachsender Markt ist auch Wein. 1991 wurden an Wein rund 7 Mio. Liter exportiert. Innerhalb von 20 Jahren ist das Exportvolumen auf rund 179 Mio. Liter angewachsen. Abnehmer sind hier neben Australien und den USA auch Europa, vor allem das Mutterland Großbritannien.

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Bei den global wichtigsten Agrarrohstoffen Weizen, Gerste, Mais und Ölsaaten spielt Neuseeland nur eine untergeordnete Rolle. Die Weizenproduktion betrug 2014/15 lediglich 510000 t, was annähernd die Hälfte des Bedarfs deckt. Die Ernteprognose für 2015/16 liegt bei 400000 t, womit der Importbedarf auf 575000t ansteigt. Neuseelands Landwirte haben in den vergangenen Jahrzehnten die Erträge deutlich steigern können. Bei annähernd gleicher Anbaufläche zwischen 40000 und 50000 ha für Weizen stieg die Produktionsmenge seit 1990 von gut 200000 t auf etwa 450000 t innerhalb von gut 20 Jahren an. Das entspricht einer Ertragssteigerung um mehr als 70 Prozent.

Auch bei der Gerste steigen die Erträge. Wurden in der Saison 1992/93 von 69000 ha 329000 t Gerste geerntet, lag die Produktion 20 Jahre später bei 439000 t von 66000 ha. Dies entspricht einer Ertragssteigerung um mehr als 40 Prozent. Damit deckt die Gerstenproduktion annähernd den Verbrauch. Der Importbedarf von Weizen und Gerste wird in der Regel aus Australien gedeckt.

Mais wird auf nur knapp 20000 ha angebaut und erreicht 2014/15 ein Produktionsvolumen von 226000 t. Die Einfuhren belaufen sich auf 175000 t. (az)

Mit herzlichem Dank für die Unterstützung an KS Agrar
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