Phosphatemissionen

Niederländer reduzieren Kuhbestand

Seit Jahren streiten die EU-Kommission und die Niederlande um die Phosphatemissionen aus der Landwirtschaft. Um eine drohende Strafzahlung aus Brüssel zu vermeiden, haben sich Politik und Wirtschaft nun auf einen Maßnahmenkatalog geeinigt.

Kernstück ist eine Abstockung des Milchviehbestandes um rund 200.000 Tiere (11 Prozent). Milcherzeugern, die die Herde verkleinern, soll eine Ausstiegsprämie von 1.700 bis 2.200 € je Kuh gezahlt werden. Erwartet wird, dass davon vor allem Betriebe Gebrauch machen, die für die kommenden Jahre ohnehin eine altersbedingte Aufgabe geplant hatten. Die Rabobank, die an den Verhandlungen beteiligt war, erwartet, dass die Milchproduktion bis 2017 um rund 2 Mrd. kg sinken wird. Die Regierung stellt für das Programm 25 Mio. € zur Verfügung, die zum Großteil aus dem zweiten Hilfspaket für Landwirte vom Juli 2016 stammen. Weitere 25 Mio. € steuert die Agrarbranche bei.

Auch die Futtermittelindustrie ist von dem Reduktionsprogramm betroffen. Das Futter darf künftig  maximal 4,3 g Phosphor je kg Trockenmasse enthalten. Landwirte werden verpflichtet die gefütterten Nährstoffe monatlich zu melden. Zudem wird Landwirten für ihre Milchproduktion eine Referenzmenge zugewiesen. Bei einer Überschreitung droht eine Kürzung des Milchgeldes. (SB)
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