Branchendaten

Niedersachsen Zentrum der Futterproduktion

In der Wirtschaftssaison 2015/16 sind in Deutschland insgesamt 314 Unternehmen der Futterwirtschaft meldepflichtig gewesen. Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Bonn, ist die Anzahl der Betriebe damit im Vergleich zum Vorjahr unverändert und nicht gesunken, wie es eigentlich zu erwarten gewesen wäre. Denn der Strukturwandel in dem Sektor setzt sich fort. Allerdings spiegelt sich das in den Branchendaten nicht direkt wider, da seit dem Wirtschaftsjahr 2012/13 auch Betriebe mit einer Mischfutterherstellung unter 1.000 Jahrestonnen meldepflichtig sind.

Die meisten Mischfutterfirmen sind laut BLE in den westlichen und nordwestlichen Bundesländern angesiedelt und damit in den Veredelungszentren. Insgesamt 185 Hersteller oder 59 Prozent der Marktteilnehmer sind in der Region Nord zu finden, die sich nach Gliederung der BLE aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen zusammensetzt. Im Vergleich zum Vorjahr ist in der Region Nord damit ein Anstieg um zwei Firmen zu verzeichnen. Sowohl innerhalb der Region Nord als auch bundesweit sind Niedersachsen/Bremen mit weitem Abstand die wichtigsten Zentren der deutschen Mischfutterproduktion (101 Werke/Menge 10,6 Mio. t).

Im Osten zwei Melder weniger

Mit 71 Betrieben in der Region Süd (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Baden-Württemberg, Bayern) ist die Anzahl der Melder konstant geblieben. In der Region Ost (Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen) nahm die Anzahl um zwei Unternehmen auf zuletzt insgesamt 58 ab.

Hinsichtlich der Produktion von Mischfutter präsentierte der Deutsche verband Tiernahrung (DVT) jetzt neue Zahlen für die Wirtschaftssaison 2016/17. Demnach hat die heimische Mischfutterbranche nach den vorläufigen Daten bundesweit 23,9 Mio. t Mischfutter hergestellt, ein moderater Anstieg von 2 Prozent gegenüber der vorigen Saison.

Auffällig ist laut DVT ein starker, beinahe zweistelliger prozentualer Anstieg der Schweinefuttermenge in Süd- und Ostdeutschland. In den östlichen Bundesländern konnte demnach ein Mengenplus von knapp 10 Prozent oder 85.000 t Schweinefutter ermittelt werden. Im Vergleich dazu ist der Anstieg in der Region Nord von 0,7 Prozent eher moderat (plus rund 61.000 t), welche traditionell die bedeutendste Region für Schweinefutterabsatz ist.

Milchpreise bringen Entspannung

Bundesweit weist der DVT für Schweinefutter einen Anstieg von 2,1 Prozent auf knapp 9,7 Mio. t aus. Auch im Rindersegment zeigte sich seit der Stabilisierung der Milchpreise insgesamt eine „deutliche Entspannung" am Markt, besonders in der Region Ost. Insgesamt wurden 2016/17 6,8 (Vorjahr: 6,7) Mio. t Rinderfutter hergestellt. Die Menge an Legehennen- und Mastgeflügelfutter gibt der DVT mit 6,4 Mio. t an; sie liegt leicht über jener aus dem Vorjahr.

Von der gesamten Futtermenge 2016/17 entfallen fast 73 Prozent auf die Region Nord, die Regionen Süd und Ost teilen sich in etwa die restlichen Anteile. (Sz)
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