Landwirte in Niedersachsen erwarten geringere Getreidemengen als im Vorjahr. Der Maisanbau nimmt beträchtlich zu. Ein Grund für die geringere Erntemengen sei die weiter eingeschränkte Anbaufläche, erklärte Jürgen Hirschfeld, Vorsitzender des Getreideausschusses beim Niedersächsischen Landvolk gestern bei der Getreiderundfahrt in der Region Hannover. Erstmals seit mehr als 60 Jahren könnte die Anbaufläche für Getreide kleiner als 800.000 ha sein. Dafür nehme der Raps- und Maisanbau in der Region zu. Zudem komme es zum Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen durch Bau- und Ausgleichsmaßnahmen. Der Weizenanbau konzentriere sich mehr und mehr auf den besseren Standorten, während Landwirte auf den leichteren Böden den Maisanbau ausgedehnt hätten, führte Hirschfeld aus.

Die Getreideernte in Niedersachsen könnte in diesem Jahr bei 5,4 Mio. t liegen, im Jahr 2010 wurden 5,9 Mio. t geerntet. Hirschfeld rechnet mit ähnlich hohen Weizenerträgen wie im Vorjahr, allerdings wird es bei der Gerste Ernteverluste geben. Dafür zeichnen sich bei Gerste gute Qualitäten ab. Die Hektolitergewichte hätten bisher in einem Bereich von 55 bis 67 kg gelegen, ergänzte Alfred Reisewitz von der Agravis AG. Der Winterweizen könne die Folgen der Frühsommertrockenheit möglicherweise durch eine bessere Kornausbildung kompensieren, hoffen die Landwirte. „Spitzenqualitäten sind noch möglich, Spitzenerträge nicht", fasste Hirschfeld die Bestandsentwicklung zusammen. Deutliche Vorteile hätten sich Betriebe verschafft, die ihre Flächen beregnen können. Bei Vorkontraktpreisen von 180 bis 200 €/t für Weizen sei die Bewässerung wirtschaftlich gewesen. (SB)

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