Im Streit um die Informationspanne zwischen Niedersachsen und dem Bundesagrarministerium räumt das Agrarministerium in Hannover Fehler ein. Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke wusste von einer drohenden Sperrung weiterer Betriebe bereits zu dem Zeitpunkt, als Bundesagrarministerin Ilse Aigner zu Besuch beim Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) am vergangenen Freitag in Oldenburg war. Er habe jedoch das ganze Ausmaß nicht gekannt, zitieren Medienberichte den Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums. Ripke sei nach Aigners Abreise erneut unterrichtet worden. Am Wochenende wurde die Sperrung von mehr als 900 Betrieben veranlasst.

Aigner hatte das Laves kritisiert und dem Landesamt vorgeworfen, ihr die neuerliche Ausweitung des Dioxin-Skandals verschwiegen zu haben und personelle Konsequenzen gefordert. Am Wochenende hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Streit eingeschaltet und sowohl mit Aigner als auch mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister telefoniert. Dabei habe es sich um Informationsgespräch gehandelt, sagte heute Regierungssprecher Steffen Seibert. Aigner hat inzwischen ihre Forderung nach personellen Konsequenzen in Niedersachsen zurückgenommen. (az)

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