1

Niedersachsens weizenorientierte Marktfruchtbetriebe und mittelständischen Landhändler konnten bisher von der Vermarktung der Getreideernte 2003 profitieren. Frühe umfangreiche und wettbewerbsorientierte Kontraktierungen belasten jedoch den Großhandel und die Futtermittelbranche. Dieses Fazit zogen Bruno Fehse, Erwin Fromme und Konrad Weiterer vom Bundesverband der agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), Landesgruppe Niedersachsen, bei einem Pressegespräch in Hannover, über das die Agrarzeitung Ernährungsdienst in der heutigen Ausgabe berichtet. Die Preisentwicklung habe für die Landwirtschaft mit den aktuellen 150 EUR/t einen "gewissen Preisgipfel" erreicht. Vorsichtig agierende mittelständische Landhändler hätten bisher - ebenso wie die südhannoversche Mühlenindustrie - die Preisaufschläge bei ihren Verkäufen weiter reichen können.

Problematisch hätten dagegen teilweise der Großhandel und die Mischfutterindustrie gehandelt. Dort seien frühzeitige und umfangreiche Kontrakte abgeschlossen worden, die sich durch die späteren Preissteigerungen nicht mehr rechtfertigen ließen. Der Landwirtschaft empfahlen die Experten für die restlichen Weizenbestände im Eigenlager, diese kontinuierlich dem Handel anzubieten, damit regionale Mühlen beliefert werden können. (GH)

stats