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Die witterungsbedingte Ernteverzögerung hat während der vergangenen Tage in Bayern die Spekulation um die neuen Erzeugerpreise angefacht. Gegenwärtig wird in Bayern über Erzeugerpreise für Wintergerste von 75 bis 80 EUR/t netto gesprochen, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe. Orientierungsbasis ist der Interventionspreis. Der liegt bei 101,77 EUR/t ab November mit 30 Tagen Zahlungsziel. Dazu kommen die halbierten Reports.

Angesichts vorliegender Gebote der Verarbeiter für Brotweizen werden Erzeugerpreise von deutlich unter 100 EUR/t für realistisch gehalten. „Wenn die Mühlen nicht mehr als 110 bis 115 EUR/t ex Ernte anlegen, dann können wir nicht mehr als 90 bis 95 EUR/t netto, Valuta 1. Oktober, den Landwirten bezahlen“, erklärte ein Erfasser.

Roggen entwickelt sich zum Sorgenkind. „Wir werden sehr zwischen Futter- und Brotroggen unterscheiden“, versichert ein Großhändler. Bei reichlichem Angebot sind für Futterroggen Erzeugerpreise von 65 bis 70 EUR/t netto, Valuta 1. Oktober, realistisch. Bayern ist bei Brotroggen ein Zuschussgebiet, deshalb könnten den Erzeugern für Qualitätsroggen um die 80 EUR/t ausbezahlt werden.

Die Braugerstenpreise leiden unter anderem darunter, dass es für Anbau- und Lieferverträge nicht zu einer Empfehlung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) kam. Die BBV-Funktionäre wollten seinerzeit 130 EUR/t und akzeptierten die niedrigeren Gebote der Verarbeiter nicht. Für freie Braugerste werden die Landwirte nun vermutlich um 110 EUR/t netto, Valuta 1. Oktober, erhalten. (HH)

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