Binnenschifffahrt

Niedrigwasser verteuert Transporte

Die Terra Maris steht abfahrbereit im Hanauer Hafen in Richtung Belgien. Normal fasst das Schiff rund 2 300 t. Doch wegen des Nadelöhrs bei Kaub am Rhein ist nur eine Ladung von 1 000 t Dünger möglich.
-- , Foto: Gilles Wagner
Die Terra Maris steht abfahrbereit im Hanauer Hafen in Richtung Belgien. Normal fasst das Schiff rund 2 300 t. Doch wegen des Nadelöhrs bei Kaub am Rhein ist nur eine Ladung von 1 000 t Dünger möglich.

Die Pegelstände an Rhein und Elbe sinken fast täglich. Da keine nennenswerten Niederschläge angekündigt sind, dürfte die angespannte Situation für die Schifffahrt von Düngemittel und Getreide anhalten. Im Allgemeinen führt das Niedrigwasser zu einer Verknappung an Binnenschiffen, da die Nachfrage groß ist. Die Schiffe können derzeit nur noch mit einer geringen Menge an Düngemitteln beladen werden, sodass teilweise mehrere Schiffe oder größerer Schiffsraum benötigt wird, um die geplanten Mengen zu transportieren. Neben den vertraglich vereinbarten Mehrkosten aufgrund der Niedrigwasserzuschläge führen die geringen Wasserpegel auch dazu, dass Waren zwischengelagert und nachgeliefert werden müssen. Denn die Binnenschiffe können die vereinbarten Mengen nicht mehr mitnehmen. „Natürlich werden aufgrund der Lage auch alternative Transportwege hinsichtlich Machbarkeit und Kosten geprüft“, sagte ein süddeutscher Düngerverkäufer.

Die Kleinwasserzuschläge (KWZ), die auf den Transport per Schiff erhoben werden, behindern derzeit die Auslieferung. Im Durchschnitt werden am Rhein KWZ von mehr als 5 €/t erhoben. Fällt der Kauber Pegel am Rhein auf unter 80 cm, sind freie Vereinbarungen über die Zuschläge möglich. Auch Dünger, die über Seehäfen wie beispielsweise Antwerpen importiert und per Schiff ins Inland transportiert werden, sind von den höheren Frachtzuschlägen betroffen. Sollte es in den kommenden Wochen nicht nennenswert regnen, dann ist mit noch deutlicheren Niedrigwassereffekten auf die Schifffahrt zu rechnen, sagte ein Kölner Händler.

Probleme gibt es auch an der Elbe. Sowohl der anhaltende Niedrigwasserstand der Elbe als auch der generell häufige Wechsel zwischen Niedrig- und Hochwasser behindern eine sinnvolle Nutzung des Flusses für den Transport von Düngemitteln. An den ostdeutschen Hafenplätzen ist schon seit mehreren Monaten eine Nutzung der Elbe aufgrund des Niedrigwasserstandes nicht möglich. So ist beispielsweise in Lutherstadt-Wittenberg der Hafen für Binnenschiffe von 800 bis 1000 t Flüssiggüter oder Schüttgut ausgelegt und könnte bei normalem Wasserstand der Elbe kontinuierlich genutzt werden. Derzeit ist nur ein Düngertransport auf der Straße möglich. Allerdings entspricht eine Binnenschiffsladung rund 40 Lkw-Ladungen, was den Straßentransport erheblich belastet. (da)
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