Russland

Noch unnachgiebig bei Sanktionen


Unternehmen, die von der Importsperre für EU-Agrarprodukte in Russland betroffen sind, haben offenbar versucht, Lockerungen auszuhandeln. Das berichtet das ukrainische Analystenhaus APK-Inform und beruft sich auf Aussagen des russischen Vizepräsidenten Arkadi Dworkowitsch, den Vize-Premier Russlands. Dworkowitsch hatte Mitte der Woche verkündet, die russische Regierung würde derzeit keine Lockerungen der Importsperre in Erwägung ziehen. Welche Entscheidung schlussendlich getroffen werde, sei offen.

Zuvor hatten ausländische Unternehmen offenbar mit Moskau verhandelt, Importe von Agrarrohstoffen zuzulassen, falls diese in Russland verarbeitet würden. Mehrere Unternehmen, darunter auch solche mit Verarbeitungsstandorten in Russland, haben laut Dworkowitsch nach entsprechenden Ausnahmen gefragt.

Erneute Kontrollen

Erst in der Vorwoche hatte der Leiter der Aufsichtsbehörde für Tier- und Pflanzengesundheit Russlands, Sergej Dankwert, durchblicken lassen, dass auch nach einer fristgemäßen Aufhebung des Embargos nicht alle europäischen Unternehmen sofort wieder nach Russland liefern könnten. Lediglich 20 bis 30 Prozent der Unternehmen, die vor Erhebung der Importsperre auf Agrarprodukte aus der EU, Kanada und den USA im August 2014 nach Russland exportiert haben, könnten dies wieder ohne Einschränkungen tun, sagte Dankwert in einem Interview. Die übrigen Lieferanten würden erst einmal Kontrollen unterzogen, fügte er laut einem Bericht des Agrarischen Informationszentrums hinzu.

Der Importstopp wurde zunächst für die Dauer von 12 Monaten verhängt. (pio)
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