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Die norddeutschen Rübenanbauer wollen die Reform der Zuckermarktordnung (ZMO) umlenken. Sie verlangen Höchstmengen für Importe und Exportchancen für Überschüsse. "Wir werden um jede Rübe und jeden Euro kämpfen", sagte Hans-Heinrich Ehlen am vergangenen Donnerstag in Hannover auf der Mitgliederversammlung des Dachverbandes der Norddeutschen Rübenanbauer (DNZ). Der niedersächsische Landwirtschaftsminister kritisierte die Haltung des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL). Die Bundesregierung sei in der Begleitung der anstehenden Reform der Zuckermarktordnung politisch abgetaucht, berichtet die Agrarzeitung Ernährungsdienst in ihrer heutigen Ausgabe.

Die rund 200 Teilnehmer der Hauptversammlung des DNZ verabschiedeten mit großer Mehrheit eine Entschließung. Darin erklären die Landwirte, dass sie eine Reform der bestehenden Marktordnung nicht prinzipiell ablehnen. Die auf Grund der Preissenkungen in Aussicht gestellten Ausgleichszahlungen müssten jedoch in voller Höhe und ausschließlich den betroffenen Rübenanbaubetrieben zukommen. Ähnlich argumentierte auch Dr. Ulrich Nöhle, Vorstandsvorsitzender der Nordzucker AG, Braunschweig, während der Podiumsdiskussion. Er verlangte „Quoten für alle“. Neben einer europäischen Quote für die Selbstversorgung und Exporte in Höhe von insgesamt etwa 15,3 Mio. t jährlich sollten den AKP-Staaten und LDC jeweils eigene Quoten zugeteilt werden. Für die Staaten der Weltregionen Afrika, Karibik und Pazifik (AKP) schlägt Nöhle 1,3 Mio. t vor, für die LDC 700.000 t. (ED)

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