Norddeutschlands größte Landesbank Nord/LB hat sich mit Schiffskrediten im Vorjahr einen Verlust von 1,96 Mrd. € eingefahren. Das gab das Geldinstitut, dessen Haupteigentümer das Land Niedersachsen ist, am Donnerstag in Hannover bekannt. Wegen einer Aufstockung der Risikovorsorge für die Schiffsfinanzierung fiel das Minus noch höher als zuvor angekündigt aus. Im Herbst 2016 hatte der scheidende Vorstandsvorsitzende der NordLB, Gunter Dunkel, bereits auf einen Verlust von mehr als 1 Mrd. € vorbereitet. Jetzt sind es fast 2 Mrd. € geworden.

Wesentlichen Anteil an dem Negativergebnis hat die in Schieflage geratene Bremer Landesbank (BLB) - Nord/LB hatte sie im Januar in einer Rettungsaktion vollständig übernommen und ihr 400 Mio. € Kapital zugeführt. Die Bremer Tochter drohte unter ihren Schiffskrediten zusammenzubrechen. Insgesamt musste der Konzern für die Risiken 2,9 Mrd. € zurücklegen (2015: 840 Mio. €).

Bremer Landesbank bleibt als Marke erhalten

Die bisher sowohl von BLB als auch vom Mutterhaus betriebene Schiffsfinanzierung konzentrieren die Banken künftig bei der Nord/LB in Hannover. In Bremen hingegen soll sich die BLB nach Angaben des Instituts als Kunden- und Mittelstandsbank für Nordwestdeutschland auf das Geschäft mit Firmenkunden sowie deutschlandweite Energiefinanzierung konzentrieren.

Die BLB bleibt auch nach der vollzogenen Komplettfusion als Marke erhalten. Wie bereits in einem Offenen Brief des Vorstandes an die Kunden im vergangenen Jahr mitgeteilt, bleiben ihre Standorte in Bremen und Oldenburgs erhalten. Auch im Agrargeschäft, in dem sowohl BLB als auch Nord/LB stark sind, soll sich nichts ändern. Die Bilanzsumme des NordLB-Konzerns lag 2016 bei 174,8 Mrd. € (2015: 181 Mrd. €). Im angelaufenen Jahr will die Bank zurück in die schwarzen Zahlen kommen. Obwohl auch 2017 mit Belastungen aus der Schiffskrise gerechnet wird. (got)
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