Nordosten schützt Grünland


Mecklenburg-Vorpommern setzt sich für den Erhalt des Dauergrünlands ein. Ein neues Gesetz tritt in Kraft. „Wir wollen den Erhalt des Dauergrünlands zukünftig nicht mehr abhängig machen von Verhältniszahlen", erläuterte Agrarminister Till Backhaus das Dauergrünlanderhaltungsgesetz. Es wurde heute vom Landtag in Schwerin beschlossen.

Die bislang bestehende Landesverordnung griff ein, wenn sich das Verhältnis zwischen Dauergrünland und landwirtschaftlicher Fläche um mehr als 5 Prozent zuungunsten des Dauergrünlandes veränderte. Als Referenzjahr wurde 2003 herangezogen. Für Empfänger von Direktzahlungen galt seit Dezember 2008 laut Agrarressort bereits ein Umbruchverbot. Doch da im Jahr 2011 erstmals wieder eine geringfügige Unterschreitung der 5-Prozent-Grenze zu verzeichnen war, musste das nach Landesverordnung geltende Umwandlungsverbot im Mai 2012 aufgehoben werden.

Im Gegensatz zur bisherigen Landesverordnung gelte das Gesetz nun für alle Landwirte, nicht nur für die Empfänger von Direktzahlungen. Es tritt den Angaben zufolge rückwirkend zum 22. November 2012 in Kraft und ist zunächst befristet bis zum 31. Dezember 2014 gültig. „Bis dahin wird sich zeigen, ob die im Rahmen der EU-Agrarreform vorgesehenen Vorgaben zum Schutz der Grünlandflächen im Nordosten ausreichen und auch die weitere Novellierung des EEG eine Entspannung auf dem Flächenmarkt bewirkt", so Backhaus.

In Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit etwa 265.000 ha Dauergrünland erfasst, 2003 waren es dem Schweriner Ministerium zufolge noch mehr als 270.000 ha. Rund 177.000 ha Dauergrünland werden intensiv genutzt sowie 88.000 ha extensiv, wovon wiederum etwa 40.000 ha direkt dem Naturschutz zur Verfügung stehen. (Sz)
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