Zuckermarkt

Nordzucker mit magerem Ergebnis


Das Nordzucker-Werk in Nordstemmen.
-- , Foto: Nordzucker
Das Nordzucker-Werk in Nordstemmen.

Einen mageren Jahresüberschuss 2014/15 (März/Februar) kündigt Nordzucker-Chef Hartwig Fuchs für das Zuckerunternehmen an. Bescheiden dürfte auch die Dividendenzahlung für die Aktionäre ausfallen. Diese müssen sich auch in den kommenden zwei Jahren warm anziehen. Denn Fuchs erwartet weiterhin schwierige Zeiten: Die Margen im Zuckergeschäft dürften dramatisch zurückgehen.

Vor allem die niedrigen Zuckerpreise auf dem Weltmarkt und die geringen Exportmöglichkeiten im vergangenen Zuckerwirtschaftsjahr haben die Situation dramatisch verschlechtert. An der Börse notiert der Rohrzuckerfuture bei rund 11 US-Cents/Pfund.  Dafür lohne es sich nicht, Zucker zu exportieren.  Ziemlich deutlich beschreibt Fuchs die Lage, wenn er sagt: "Wir haben ein dramatisches Überangebot auf dem Weltmarkt." Auch über die Rekordernte an Zuckerrüben 2014 kann sich der CEO nicht so richtig freuen. Denn die Bestände in den Nordzucker-Silos sind hoch. Der EU-Berichtspreis Zucker, der die Kontraktabschlüsse aller EU-Hersteller bündelt, lag im Januar bei 431,00 €/t, Tendenz weiter rückläufig.

So viel steht fest: Im laufenden Geschäftsjahr 2015/16 wird Nordzucker rote Zahlen schreiben, ab 2016/17 dürfte es mit dünnen schwarzen Zahlen wieder aufwärts gehen. Erst mit dem Ende der Zuckerquote ab Oktober 2017 dürfte es wieder besser laufen.  In der EU werden Fabriken schließen und auch in Brasilien dürften die Farmer angesichts der geringen Erlöse auf Soja und Weizen umsteigen.

Aussaat ist abgeschlossen

Die Aussaat von Zuckerrüben ist im gesamten Arbeitsgebiet der Nordzucker in Deutschland, Dänemark, Finnland und Osteuropa abgeschlossen. Gegenüber Vorjahr haben die Landwirte weniger Rüben ausgesät. Fuchs liefert dazu seine Erklärung: „Niedrige Preise killen Fläche."

Intensiv laufen die Verhandlungen zwischen Nordzucker und den Anbauverbänden. Die Ernte 2017 wird nach einem neuen Preismodell abgerechnet. Vorstellbar ist ein flexibles Abrechnungsmodell auf Basis eines Festpreises für die Rüben. Nordzucker will mit den Landwirten berechenbare Verträge abschließen. Noch offen ist die Kalkulation der Frachten.

Afrika bleibt im Blick

Bei allen Sparmaßnahmen verliert Fuchs den Blick für neue Engagements im Ausland nicht aus dem Blick. Das Unternehmen ist schuldenfrei, es müsse profitabel geführt werden. Wachstum sieht er weiterhin in Afrika. Denn Zucker solle dort produziert werden, wo er gebraucht wird.  

Auf das Thema Kartellklagen ist Fuchs vorbereitet. Der Vorstandsvorsitzende schließt nicht aus, dass Klagen von Süßwarenherstellern an Nordzucker gerichtet eingehen werden. Rückstellungen wurden gebildet, sie sind allerdings für Rechtsberatungskosten vorgesehen. (da)
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