In den Bundesländern, in denen die Betriebe stehen, die vor einigen Wochen durch unschöne Praktiken bei der Aufzucht von Ferkeln aufgefallen waren, werden erste Konsequenzen gezogen. In einer Fernsehsendung Mitte Juli wurden Bilder von Tötungen von neugeborenen Ferkeln gezeigt, die viel Aufsehen erregten.

Nach Niedersachsen hat jetzt auch Mecklenburg-Vorpommern einen Erlass herausgegeben, der die Nottötung nicht überlebensfähiger Saugferkeln regelt. Mit Fachleuten einigte man sich darauf, kranke Tiere durch Kopfschlag empfindungslos zu machen, aber sie durch Kehlschnitt oder Kohlendioxid zu töten.

Doch diese Methoden sind bei Schweinezüchtern nicht unumstritten. Die Tötung per Injektion durch einen Tierarzt sei aber auf Dauer zu teuer. Auch in Brandenburg, wo zwei Betriebe in Prignitz im Fernsehbeitrag gezeigt wurden, soll die Ferkeltötung künftig besser kontrolliert werden.

Es wird jedoch weiterhin Grauzonen geben. Als nicht überlebensfähig gelten Ferkel, die missgebildet oder stark untergewichtig zur Welt kommen oder unterkühlt sind. Doch unklar bleibt, wann ein Tier als „stark untergewichtig“ gilt. Außerdem ist nicht ausreichend geklärt, wie ein nicht überlebensfähiges Tier getötet werden muss. (hed)
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