Nüssel: Agrarwirtschaft trägt keine Verantwortung für Finanzkrise

Globale Agrarmärkte brauchen globale Markttransparenz und eine koordinierte Politik. DRV-Präsident Manfred Nüssel bekräftigt Kritik an der Finanztransaktionssteuer.

Nach Ansicht von Manfred Nüssel, dem Präsidenten des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), sollte die Bundesregierung und die EU-Kommission leistungsfähigere Instrumente der Marktinformationen bereitstellen. Damit könnten sich die Unternehmen besser auf Marktentwicklungen einstellen und vorbereiten. Vor dem Agrartag der bayerischen Genossenschaften in Augsburg bezeichnete Nüssel Warenterminbörsen als wichtige Instrumente der Preisbildung und Information. Sie seien heute auch in der Europäischen Union für das Risikomanagement der Land- und Agrarwirtschaft unverzichtbar.

Er beklagte, dass die Nutzung von Instrumenten des Risikomanagements in der öffentlichen Diskussion als "Spekulation" stigmatisiert und zum Südenbock für stärkere Preisschwankungen, höhere Agrarpreise und mehr Hunger in der Welt gemacht werden. Die Kritik von Bundespräsident Joachim Gauck am Terminhandel bezeichnete der DRV-Präsident als ungerechtfertigt. Fakten und Zusammenhänge müssten in dieser Frage sachbezogener dargestellt werden. 

Nüssel lehnt die von der EU-Kommission vorgestellte Finanztransaktionssteuer für Kontrakte an den Warenterminbörsen mit Nachdruck ab. Diese Steuer belaste die "unverzichtbaren" Maßnahmen des Risikomanagements. Wörtlich sagte er: "Die Agrar- und Ernährungswirtschaft war nicht verantwortlich für die große Finanzkrise." (HH)   
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