Milchmarkt

Nüssel gegen Markteingriffe


Eine von Politikern und einigen Erzeugerorganisationen geforderte Mengensteuerung auf dem Milchmarkt lehnte Nüssel entschieden ab. Auch in Zeiten der bis vor einem Jahr geltenden Milchquotenregelung habe es Zeiten extrem niedriger Erzeugerpreise im Milchsektor gegeben, sagte Nüssel auf der heutigen Jahrespressekonferenz des DRV. Daher würde eine neue Form der Mengensteuerung auch keine Wirkung auf den Markt haben, ist Nüssel überzeugt. Derartige Instrumente seien „wenig effizient, sehr langsam und würden durch bürokratische Erfordernisse die Erzeuger zusätzlich mit Kosten belasten“. Die gegenwärtige Situation einer Nachfrageschwäche bei gleichzeitig hohem Angebot auf dem Weltmarkt könne eine Mengensteuerung nicht positiv verändern. Daher unterstütze der DRV die Position des EU-Agrarkommissars Phil Hogan, der den Kurs der Marktorientierung konsequent verfolge.

Auch das genossenschaftliche Prinzip der vertraglich geregelten Andienungspflicht sollte nicht infrage gestellt werden. Es biete gerade in Zeiten eines schwachen Marktes zusätzliche Sicherheit für Erzeuger und Abnehmer, sagte Nüssel. Sinnvoll seien nach seiner Ansicht verstärkte Kooperationen zwischen Unternehmen der Milchwirtschaft, um zeitweilige Überschüsse oder Defizite bei einzelnen Unternehmen auszugleichen. (jst)



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