Nüssel warnt vor hohen Auflagen im Terminhandel


Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) positioniert sich in der hitzigen Diskussion um die Spekulation auf den Agrarrohstoffmärkten. Er betont, dass Warenterminbörsen für die Preisabsicherung erforderlich seien. DRV-Präsident Manfred Nüssel begrüßt in einem Schreiben an Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner zwar „ausdrücklich" die Initiative, den Terminhandel auch mit Blick auf die dynamische Entwicklung an den Märkten für Agrarrohstoffe transparenter zu gestalten. Er warnt jedoch davor, das Handelsvolumen an den europäischen Warenterminbörsen durch Verbote oder zu weitgehende Auflagen zu verringern. Das würde nach Auffassung von Nüssel die Transparenz weiter vermindern. Der DRV-Präsident hält den Terminhandel gerade in Zeiten hoher Preisvolatilität für eine der „wenigen noch verbliebenen Möglichkeiten zur Preisabsicherung". Das gelte nicht nur für den Agrarhandel und Verarbeiter, sondern auch für Landwirte.

Zurzeit befinden sich in Deutschland, in der EU und auch international Spekulationen auf den Agrarrohstoffmärkten im Kreuzfeuer der Kritik. Es gibt Vorwürfe, dass der Preisanstieg für Getreide im Sommer dieses Jahres durch Spekulation aus den Finanzmärkten verstärkt worden sei. Dagegen stehen Analysen, die andere Faktoren wie politische Eingriffe oder generell fehlende Markttransparenz  für hohe Preisausschläge verantwortlich machen. (db)
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