Agrarchemie

Nufarm kauft zu


In der Zentrale in Melbourne stehen die Zeichen auf Wachstum.
-- , Foto: Nufarm
In der Zentrale in Melbourne stehen die Zeichen auf Wachstum.
Zwischen Adama Agricultural Solutions Ltd., der Syngenta AG sowie der Nufarm Limited ist eine bindende Vereinbarung für einen Portfolio-Verkauf getroffen. Es handelt sich um Pflanzenschutzprodukte für den europäischen Markt im Wert von 490 Mio. US-$, teilen die drei Unternehmen mit.

Im Paket befinden sich patentfreie Herbizide, Fungizide und Insektizide sowie Wachstumsregler. Dieser Deal umfasst die Marken und Formulierungen, aber keine Labore, Produktionsstätten oder Personal. Syngenta wird aber darüber hinaus auch Anlagen an Nufarm verkaufen. Der Abschluss der Transaktion ist im 1. Quartal 2018 geplant.

EU-Auflagen
Die EU-Kommission hat als Bedingung für die Übernahme von Syngenta durch ChemChina verlangt, dass Adama sich von einem wesentlichen Teil des Geschäfts mit Wachstumsreglern für Getreide trennt. Hinzu kommen Fungizide, Herbizide, Insektizide und Saatgutbehandlungsmittel von Adama für Getreide, Mais, Raps und Zuckerrüben, einschließlich in der Entwicklung befindliche Produkte. Syngenta muss sich unter anderem von Herbiziden für Getreide, Gemüse und Sonnenblumen trennen. (db)
Syngenta teilt dazu mit, dass mit dem Verkauf Kartellauflagen der EU-Kommission erfüllt werden, die im Zusammenhang mit der Übernahme von Syngenta durch ChemChina verlangt worden sind. Nufarm erfülle die Anforderungen der Brüsseler Behörde als „passender Käufer“, heißt es in Basel.

Adama erhält Ausgleich von Syngenta

Adama gibt ergänzend bekannt, dass Adama für die Abgabe der Produkte an Nufarm einen Ausgleich erhält. Adama wird Pflanzenschutzmittel von Syngenta in sein Portfolio aufnehmen. Diese Vereinbarung umfasse zusätzlich zu den Produkten die Registrierungen, die Markenrechte für die verschiedenen Formulierungen sowie einige Mitvertriebsrechte im europäischen Markt.

Nufarm-Pflanzenschutzangebot wächst in Europa

Die Nufarm Limited hat im Geschäftsjahr 2016/17 (August/Juli) einen Umsatz von umgerechnet rund 2,5 Mrd. US-$ erzielt, darunter etwa 430 Mio. US-$ in Europa. Der Zukauf soll einen zusätzlichen Umsatz von etwa 200 Mio. US-$ im ersten Jahr nach der Übernahme bringen, teilt das australische Unternehmen mit. Nufarm-Chef Greg Hunt begründete die Investition damit, dass die Stärkung des Europageschäftes besonders interessant sei, weil es die höchsten Margen im Pflanzenschutzgeschäft verspreche. Außerdem könne Nufarm ein umfassenderes Paket an Pflanzenschutzlösungen in einer Reihe sehr wichtiger Ackerbaukulturen bieten. Stärker werde das Unternehmen vor allem bei Fungiziden und Insektiziden.

Weitere Verhandlungen laufen

Der Nufarm Chef kündigte heute außerdem einen möglichen weiteren Zukauf an. Es gebe exklusive Verhandlungen mit einem Anbieter, um ein weiteres Portfolio zu kaufen. Nufarm will einen Betrag von unter 100 Mio. US-$ dafür anlegen. Die Akquisition würde dem australischen Unternehmen im ersten Jahr nach der Übernahme rund 23 Mio. US-$ zusätzlichen Umsatz bringen. (db)
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