Die Privatisierung von Agrarflächen in Thüringen durch die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) geht dem Ende entgegen. Der Preisanstieg ist gebremst. 2012 werden in Thüringen nur 3.000 ha Landwirtschaftsfläche von der BVVG pachtfrei, hieß es gestern bei der Jahrespressekonferenz der Niederlassung in Erfurt. Insgesamt ist der BVVG-Bestand an Agrarflächen in Thüringen nach 20 Jahren Privatisierung auf 17.400 ha geschrumpft. Mit dem Kauf der Flächen haben es die Thüringer Landwirte deshalb auch nicht so eilig, wie in anderen ostdeutschen Bundesländern, wo die BVVG am Bodenmarkt noch dominanter ist. Nur 36 Prozent der berechtigten Pächter wollen 2012 ihre BVVG-Fläche direkt kaufen. 64 Prozent entscheiden sich zunächst für eine weitere Pacht.

Der Kaufpreis zum Verkehrswert sank 2011 in Thüringen erstmals um 6 Prozent auf 10.386 €/ha. Allerdings hatte es im Vorjahr auf Grund von wenigen großen Losen eine besonders hohe Steigerung des BVVG-Bodenpreises von gut 40 Prozent gegeben. Die Pachtpreise zogen laut der Jahresbilanz um 12 Prozent auf 251 €/ha an. Neupachten kosteten mit 246 €/ha sogar 9 Prozent weniger als 2010. (sta)
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