OCI hegt große Pläne für Europa


Der ägyptische Bau- und Düngerkonzern Orascom Construction Industries (OCI) baut sein Europageschäft aus. Weltweit setzt OCI auf eine steigende Nachfrage nach Düngemitteln. OCI will seine Stickstoffsparte OCI Nitrogen neu ausrichten. Dazu gehört auch ein Kaufinteresse an den Düngemittelanlagen der BASF SE, Ludwigshafen. Die BASF hatte im Frühjahr ihre Anlagen in Antwerpen/Belgien und Frankreich/Ottmarsheim zum Verkauf angeboten. Neben OCI zeigen sich das russische Unternehmen Eurochem und Yara aus Norwegen an den Werken mit einer Kapazität von 2,5 Mio. t Ware interessiert. Offiziell will sich OCI auf Anfrage nicht zum Stand der laufenden Verhandlungen äußern. Bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen sagte Nassef Sawiris, CEO von OCI, jedoch, er warte darauf von BASF zu hören. OCI hatte im vergangenen Jahr bereits die Dünger- und Melanimsparte von DSM in den Niederlanden übernommen.
 
Angesicht der hohen Getreidepreise erwartet das Unternehmen eine weiterhin hohe Nachfrage nach Düngemitteln. So wird die Düngersparte OCI Nitrogen in den Niederlanden ihre Kapazitäten erweitern. Wie das Unternehmen mitteilt, verlaufen die Ausbauarbeiten im Werk in Geleen nach Plan. Bis Anfang 2012 soll die Produktionserweiterung von Kalkammonsalpeter (KAS) um 300.000 t auf 1,45 Mio. t/Jahr fertig gestellt sein. Zudem will OCI die Kapazitäten von flüssigem Ammoniumnitrat erweitern, um Engpässe bei der Produktion von AHL zu beheben. Zusätzlich wird die Melanimanlage in Geleen bis zum Jahresende wieder in Betrieb genommen. Der Vorbesitzer DSM Agro hatte die Anlage 2008 abgeschaltet. Hinzu kommen Ausbauprojekte in den USA, Algerien und Ägypten.

Der Konzernumsatz von OCI wuchs im 1. Halbjahr 2011 um 17,5 Prozent auf 2,7 Mrd. US-$ gegenüber dem Vorjahresniveau. Das Konzernergebnis verbesserte sich um 42 Prozent auf 371 Mio. US-$. (da)
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