OECD: Chinas Landwirte erhalten wenig Unterstützung

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Staatliche Unterstützung und Subventionen tragen lediglich zu 6 Prozent zum Einkommen chinesischer Landwirte bei, lautet das Fazit der jüngsten OECD-Studie zu den Entwicklungen der Agrarpolitik Chinas. Im Vergleich zu anderen OECD-Ländern wie Japan und Korea ist das deutlich weniger, dort sind es 58 und 64 Prozent. Gestützt wird die Landwirtschaft Chinas laut OECD vorwiegend durch Maßnahmen zur Preisstützung von Agrarprodukten. Wenn China diese Maßnahmen reduziert, könnten die Ressourcen viel effizienter genutzt werden, so die OECD. Die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft, die etwa 15 Prozent zum Bruttosozialprodukt beiträgt, ist nach wie vor hoch. Rund 40 Prozent aller Arbeitsplätze sind in der Landwirtschaft angesiedelt.

Der Regierung müsse es gelingen, die politischen Rahmenbedingungen praktikabler zu gestalten und kleine Farmer sowohl in den heimischen als auch internationalen Markt besser zu integrieren. Dafür müsste die Ausbildung auf dem Lande, die Agrarforschung und die Standards für Lebensmittelsicherheit verbessert und Vermarktungsorganisationen für die Erzeuger aufgebaut werden. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, sollte der Plan, 95 Prozent Selbstversorgung bei Getreide zu erreichen, aufgegeben werden, empfiehlt die OECD. Dann könnte China auf die arbeitsintensive Produktion von Obst und Gemüse umschwenken, wo China im Vergleich zu anderen Ländern Wettbewerbsvorteile habe. Darüber hinaus sollte nach Ansicht der OECD die Verpachtung von Land und der Zugang zu finanzieller Unterstützung über Kreditinstitute einfacher gestaltet werden, ebenso wie die Umweltgesetzgebung. Trotz der seit den 80er Jahren erzielten Fortschritte sieht die OECD die größte Herausforderung des Landes darin, die wachsende Ungleichheit zwischen ländlicher udn städtischer Bevölkerung zu mindern. (AW)

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