OECD erwartet höhere Preise für Lebensmittel

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Die Preise für Lebensmittel dürften innerhalb der kommenden zehn Jahren weiter steigen. Die Organisation für wirtschaftiche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwartet bis zum Jahr 2015 einen Preisanstieg für Lebensmittel von bis zu 60 Prozent. Verantwortlich dafür sei hauptsächlich die Erzeugung von Biokraftstoffen aus landwirtschaflichen Rohstoffen. Aus diesem Grund fordert Stefan Tangermann, Direktor für Handel und Landwirtschaft bei der OECD, eine Abkehr von der Förderung von Biokraftstoffen. Nach Berechnungen der OECD würden die Steuervorteile und Subventionen für Sprit aus Mais oder Raps in den Industrieländern bis 2015 auf jährlich rund 20 Mrd. € steigen. Gleichzeitig verteuerten sich die Nahrungsmittelpreise in der Dritten Welt, was das Armutsproblem verschärfe. Die Treibhausgas-Emissionen im Verkehrssektor würden durch Biosprit lediglich um 0,8 Prozent sinken. Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul will die Förderung von Biokraftstoffen zurückdrehen. Dazu seien Gespräche in der EU notwendig, sagte sie in Berlin. Auch Biokraftstoff-Branchenverbände kritisierten die neue OECD-Studie. Nur zwei Prozent der Agrarflächen würden für Biosprit genutzt. Derzeit fielen die Getreidepreise sogar wieder, was der Studie widerspreche. Der Biosprit-Anteil in Deutschland beträgt rund 7,5 Prozent. (da)
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