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Die nationalen Biokraftstoff-Politiken der OECD-Mitgliedstaaten sind teuer, nur begrenzt erfolgreich und üben einen deutlichen Einfluss auf die weltweiten Getreidepreise aus. Das ist das Fazit einer heute vorgestellten Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Paris. Nach Einschätzung der OECD ist die Produktion von Biokraftstoffen "sehr abhängig von der Verfügbarkeit einer staatlichen Finanzierung". Die OECD fordert die einzelnen Regierungen dazu auf, ihre politischen Bemühungen eher auf einen geringeren Energieverbrauch auszurichten, insbesondere im Transportwesen.

Mit Fördergeldern sollten nur die Biokraftstoffe bedacht werden, deren Einsatz eine deutliche Einsparung fossiler Kraftstoffe in Kombination mit niedrigeren Treibhausgas-Emissionen mit sich bringe. Aus diesem Grund sei Mais kein sinnvoller Rohstoff für Bioethanol. Bei dessen Verwendung würden nur 30 Prozent weniger Treibhausgase freigesetzt, als im Vergleich zu Benzin. Zuckerrohr sei in diesem Fall der geeignetere Rohstoff, da dieser ein Einsparpotenzial von mehr als 80 Prozent aufweise. Die Kosten für die Einsparung einer Tonne Kohlendioxid durch die Verwendung von Biosprit schätzt die OECD in ihrer Studie "Economic Assessment of Biofuel Support Policies" (1,43 MB) auf 960 bis 1.700 US-$. (Wo)

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