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Die Politik zur Entwicklung der ländlichen Räume ist in Deutschland noch immer auf den Agrarsektor konzentriert. Eine stärkere Hinwendung zu anderen Bereichen, die einen bedeutenden Beitrag zu Wachstum und Beschäftigung leisten könnten, empfiehlt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Eine entsprechende Studie hat sie heute in Berlin Landwirtschaftsminister Horst Seehofer überreicht. Die OECD stellt fest, dass selbst in ländlichen Regionen Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei nur noch einen sehr geringen und weiter sinkenden Anteil an Wertschöpfung und Beschäftigung hält. Im Jahr 2003 waren in den ländlichen Kreisen noch 4,7 Prozent der Beschäftigten im Agrarsektor tätig. Ihr Beitrag zur Wertschöpfung dieser Regionen lag bei nur 2,9 Prozent.

Nach Einschätzung der OECD erfällt das wichtigste Instrument zur Entwicklung der ländlichen Räume, die Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) diese Aufgabe bislang nur unzureichend. Sie werde der Vielfalt der ländlichen Regionen nicht gerecht, sei sehr stark auf den Agrarsektor ausgerichtet und beschränke sich in weiten Teilen darauf, die EU-Agrarpolitik zu ergänzen. Für innovativer hält die OECD die Initiativen "Leader+" oder "Regionen Aktiv". Diese Ansätze einer Strukturpolitik "von unten" sind nach Ansicht der OECD sehr erfolgversprechend und sollten ausgebaut werden. (ED)

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