--

Das Thema gentechnikfreie Lebensmittel erhält einen kräftigen Schub. So wollen nahezu alle großen deutschen Händler weitere Milchprodukte in ihre Eigenmarken einlisten, berichtet die Lebensmittelzeitung. Dabei handelt es sich unter anderem um Aldi Nord und Süd, Edeka, Globus, Kaufland, Lidl, Netto, Penny, Real und Rewe, wie eine Umfrage der Zeitung ergeben hat. Aldi Süd und Lidl wollen sogar ihr komplettes H-Milch-Sortiment in Eigenmarke auf das Logo „Ohne Gentechnik" umstellen. Netto und Lidl denken außerdem an eine Erweiterung auf Rindfleisch.

Eigenmarke komplett gentechnikfrei

Damit reagieren die Händler auf Kundenwünsche und schärfen zugleich ihr Markenprofil. Der Discounter Lidl strebt perspektivisch die komplette Umstellung der Molkereiprodukte unter der Eigenmarke Milbona an. Ähnliche Pläne verfolgt das Schwesterunternehmen Kaufland. Allein dieses Jahr sind 120 weitere Artikel geplant. Beim Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) ist man über die Entwicklung hocherfreut. Dort hält man es für möglich, dass der Handel bis Ende 2017 die gesamte Trinkmilch in Eigenmarken umstellt. Auch andere Produkte wie Käse, Quark und Joghurt könnten im Laufe des Lahrens mit dem Siegen „Ohne Gentechnik“ versehen werden.

Molkereien fürchten Mehrkosten

Molkereien beklagen, dass die gestiegenen Anforderungen des Handels zu erhebliche Mehrkosten führen, die von dessen Zusatzzahlungen nicht komplett gedeckt würden. Mit der Etablierung der GMO-freien Fütterung von Milchkühen wird in Zunft auch das Angebot an Rindfleisch steigen, das ohne Gentechnik produziert wurde. Sobald die ausgedienten Kühe geschlachtet werden, könnten auch Rindfleischartikel in die Regale kommen. Bei Lidl werden seit Januar die ersten Artikel angeboten und auch bei Netto gibt es Pläne, in diesem Jahr in den Verkauf von Rindfleisch aus gentechnikfreier Fütterung einzusteigen. (az)
stats