Die Neuburger Milchwerke wollen sich aus der Omira-Gruppe verabschieden. Niedrige Milchpreise erzürnen Mitglieder.

Die Genossen der Neuburger Milchwerke haben am 20. Dezember bei ihrer außerordentlichen Vertreterversammlung einstimmig den Vorstand ermächtigt, den Vertrag mit dem Partner Omira zu kündigen und eine Neuausrichtung der Geschäftspolitik auszuhandeln. Dies berichtet der Donaukurier.

Der Streit gehört zu einem Machtkampf der sich zuspitzt seitdem die Genossen aus Neuburg sich mit einem Milchpreis von 27,56 Cent pro Kilo Milch zufrieden geben müssen. Das sei der niedrigste Preis in Deutschland. Dieser Preis ist vor allem der vorwiegenden Verwendung der Milch aus Neuburg als H-Milch geschuldet. Die Genossen sehen aber auch andere Verwertungsmöglichkeiten für ihre Milch. Die Milchlieferung betrug zuletzt 200 Mio. kg und mehr als 99 Prozent sei Güteklasse 1, so die Geschäftsführung auf der Vertreterversammlung.

Der Zorn gilt vor allem dem Geschäftsführer der Omira-Gruppe, Wolfgang Nuber, der für den niedrigen Milchpreis verantwortlich sei. Die Genossen in Ravensburg bekommen 28,06 Cent/kg.

Mittlerweile sei der Preis für die Erzeuger auf durchschnittlich 30 Cent gestiegen und er scheint weiter zu steigen. Davon wollen auch die Milchlieferanten der Neuburger Genossenschaft profitieren. Eine Partnerschaft wird jedoch weiterhin nötig sein. In 15 Jahren ist die gesamte Verwaltung, die EDV und der Verkauf nach Ravensburg zu Omira gewandert.

Aufsichtsrats-Chef Gschwendtner sagte gegenüber dem Donaukurier, man wolle verhindern, dass weitere Betriebe davonlaufen. Die Erzeugergemeinschaft Pfaffenwinkel, Isar-Loisach und Weilheim-Polling mit insgesamt 50 Mio. l Milch hätten bereits regulär gekündigt. Man befürchtet weitere Einzelkündigungen.

Dabei geht es den Neuburgern geschäftlich ganz gut. Der Gesamtumsatz ist von 73 Mio. € auf 75 Mio. € gestiegen. Der Bilanzgewinn liege bei rund 20.000 €. Die Verwendung des Reingewinns wurde auf der Versammlung akzeptiert und der Aufsichtsrat und Vorstand entlastet.

Omira hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 582 Mio. € veröffentlicht.  Die Unternehmensgrupope zählt zu den größten Herstellern von Milchpulver mit einer Produktion von jährlich 55200 t. Mit der Marke MinusL ist Omira Marktführer bei den laktosefreien Produkten. (hed)
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