Baden Württembergs größte Molkerei Omira droht rund 30 Prozent seiner Lieferanten zu verlieren. Bauern berichten von Einkommensverlusten aufgrund niedriger Milchgeldzahlungen.

Auf der Milchviehhaltertagung der Omira Molkerei in Amtzell im Kreis Ravensburg war die Stimmung auf dem Tiefpunkt. Zahlreiche Lieferanten, darunter die bayrischen Neuburger Milchwerke sollen, so erfuhr es der Rundfunksender SWR, ihre Lieferverträge kündigen wollen.

Die Bauern sind unzufrieden mit dem gezahlten Milchgeld. In der Vergangenheit zahlte die Omira ihren Lieferanten immer zufriedenstellende Milchgelder aus. Jetzt fanden sich die Bauern am Ende der Auszahlungsskala wieder. Im Dezember 2012 etwa zahlte sie 29,06 Cent pro Kilogramm aus, während benachbarte Erzeuger bis zu 5 Cent mehr erhielten.

Das Unternehmen wollte bisher gegenüber der Presse nicht sagen, wie viele Bauern ihre Milchlieferverträge bereits gekündigt haben. Kündigungen in dieser Größenordnung könnten allerdings das wirtschaftliche Ende der Omira bedeuten.

Allerdings werden eventuelle Kündigungen frühestens im Jahr 2015 wirksam. Um die Krise zu managen wurde dem Vorstand jetzt ein Berater zur Seite gestellt. Ralph Wonnemann ist in der Branche kein Unbekannter. Er war bereits an der Restrukturierung der Bayerische Milchindustrie eG beteiligt. (hed)
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