Schweineproduktion

Online statt Weltmarkt

Die niederländischen Schweinehalter sollten sich in Zukunft auf die westeuropäischen Märkte konzentrieren und nicht den globalen Wettbewerb suchen. Diese Empfehlung gab Dr. Siem Korver, Professor an der Tilburg University (Niederlande), Junglandwirten auf einem Symposium der Brabanter Landjugend, berichtet das niederländische Fachmagazin Boerderij. Auch wenn die Weltbevölkerung bis 2050 auf 9,6 Milliarden Menschen wachsen sollte und dies eine immense Nachfrage nach tierischen Proteinen zur Folge haben würde – für die niederländischen Schweineproduzenten biete das Wachstum nur begrenzte Möglichkeiten, glaubt Korver.

Geflügel wächst am schnellsten
Vom Wachstum des weltweiten Fleischkonsums profitieren die Schweinehalter am wenigsten. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erwartet für den Zeitraum 2000 bis 2030 eine jährliche Steigerung der Fleischproduktion von 1,7 Prozent. Das Wachstum beim Schweinefleisch liegt mit 1,2 Prozent deutlich darunter. Geflügel liegt mit  mit einem Plus von 2,5 Prozent an der Spitze,  gefolgt von Schafen (1,7 Prozent) und Rindern (1,3 Prozent).
In der konventionellen Schweinehaltung lägen die Wettbewerbsvorteile von Ländern wie Brasilien auf der Hand: In punkto günstige Produktionskosten seien sie unschlagbar und gegenüber niederländischen Erzeugern klar im Vorteil. Den Fokus auf westeuropäische Absatzmärkte zu legen sei daher unvermeidlich, der Schlüssel laute in diesem Fall 'Lizenz zum Produzieren'. Damit meint Korver, Fleisch so zu produzieren wie es in der westlichen Gesellschaft akzeptiert wird. Die Transparenz des Herstellungsverfahrens von Schweinefleisch sei hier entscheidend.

Gleichzeitig ermutigte Korver die junge Landwirte, sich dafür die Möglichkeiten der neuen Medien zu eigen zu machen. Insbesondere die sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter spielen eine zunehmend wichtigere Rolle. Auch der Online-Verkauf von Lebensmitteln soll noch deutlich steigen. Die niederländische Rabobank prognostiziert, das im Jahr 2030 bereits 20 bis 25 Prozent der Nahrungsmittel online verkauft werden. Hier liegen nach Ansicht von Korver eher Chancen für niederländische Schweinehalter. (SB)
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