Marketing

Onlinehandel bietet Chancen für Agrarsektor


Prof. Dirk Morschett sieht den Online-Handel als Herausforderung
-- , Foto: St
Prof. Dirk Morschett sieht den Online-Handel als Herausforderung

Das Internet habe die Geschäftswelt revolutioniert, sei über die Smartphones permanent abrufbar und auch traditionelle Käufer seien inzwischen Online-Shopper, konstatierte Professor Dirk Morschett, Universität Freiburg/Schweiz, auf der ‚Agribuissiness Fachtagung 2016‘ gestern auf Schloss Montabaur, die vom Deutschen Raiffeisenverband und von der Akademie Deutscher Genossenschaften veranstaltet wurde.

Der Webauftritt eines Unternehmens sei ein zentrales Marketinginstrument für den Kontakt mit dem Kunden und die primäre Informationsquelle für ihn. Aber auch über einen Newsletter könne man die Kunden ansprechen, da der Zugriff auf die eigene Webseite dadurch erheblich zunehme. Nach einer digitalen Auswertung des Nutzerverhaltens und CRM (Customer-Relationship-Management) ließen sich die Erkenntnisse dann im Außendienst gezielt auf die Kundenbelange einsetzen. Social Media, wie Facebook, könnten zudem dazu beitragen, Marketingmaßnahmen weit über den eigenen Kundenkreis hinaus zu verbreiten.

Kombinationen sinnvoll

Der Onlinehandel wachse stetig und habe im Vorjahr 20 Prozent der deutschen Einzelhandelsumsätze im Non food-Bereich ausgemacht, führte Morschett weiter aus. Diese Anteile würden dem stationären Handel entzogen. Für den stationären Handel böten Online-Plattformen aber durchaus Chancen und könnten eine sinnvolle Ergänzung zum Einzelhandelsgeschäft sein. Für den Agrarbereich böte sich eine Kombination der beiden Formen an, da er über hohe Flächenpräsenz verfüge und noch Serviceleistungen anbieten könne. Es sei abzusehen, dass der größte globale Online-Händler Amazon künftig auch für den Agrarbereich zur Konkurrenz werde. Daher lohne es sich möglicherweise darüber nachzudenken, ihn als Verbündeten zu nutzen.

Ladentheke virtuell verlängern

Eine Online-Plattform biete den großen Vorteil, das eigene Warenangebot erheblich zu vergrößern und die Ladentheke virtuell zu verlängern. Er sei aber extrem anspruchsvoll, denn der Kunde erwarte ausführliche Informationen. Ein gut gemachter Onlineshop können mit ‚Cross Selling‘ punkten, bei dem neben dem Zielobjekt auch passendes Zubehör angeboten werde. Für ein Verbundsystem würde sich ein zentraler gemeinsamer Onlineshop der lokalen Märkte oder ein zentrales Portal für Bestellungen mit dezentralem Einkauf in den einzelnen Filialen anbieten. Da 80 bis 90 Prozent der Käufe immer noch traditionell getätigt werden, müsse ein guter Onlineshop die Warenverfügbarkeit kenntlich machen. (St)
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