Die Bundesregierung wertet die ostdeutsche Landwirtschaft als Gewinner der deutschen Einheit. Nun muss der Westen nachziehen. Die Entwicklung der ostdeutschen Landwirtschaft gehört zu den „Erfolgsgeschichten des Einigungsprozesses", heißt es in einer von Bundesinnenminister Thomas de Maizière im Juli herausgegebenen Publikation zum Thema „20 Jahre Deutsche Einheit". Die Regierung macht dies vor allem an den Produktivitätssteigerungen der ostdeutschen Betriebe seit 1990 fest. Außerdem würden die großen, zusammenhängenden Flächen den Landwirtschaftsbetrieben erhebliche Kostenvorteile bringen. Dadurch könnten die Betriebe leistungsstarke Erntemaschinen nutzen und benötigten weniger Arbeitskräfte.

Nun muss der Westen nach Ansicht der Bundesregierung nachziehen. „Die Anpassungsprobleme in der Landwirtschaft, die dem Westen noch bevorstehen, sind im Osten schon gelaufen", heißt es in dem Bericht. Als Zukunftsfelder für die Landwirtschaft nennen die Autoren nachwachsende Rohstoffe und ökologisch erzeugte Lebensmittel. Auch dort hätten die Ostdeutschen „die Nase vorn". Alle Biokraftstofffabriken lägen in den ostdeutschen Bundesländern. Außerdem würde Mecklenburg-Vorpommern mit einem Anteil im Ökolandbau von 12 Prozent bundesweit an der Spitze liegen. (sta)
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