Verlustzone

Petrotec orientiert sich um

Die Petrotec AG, Borken, hat von Januar bis September 2014 mit 134 Mio. € rund 7 Prozent weniger Umsatz als im gleichen Vorjahreszeitraum erzielt. Das Unternehmen erwähnt, dass der Rückgang ausschließlich preisbedingt war. Die gehandelte Menge sei noch um 3 Prozent gesteigert worden. Allerdings ist die Eigenproduktion um 3 Prozent auf rund 106.000 t Biodiesel im aktuellen Neunmonatszeitraum gesunken.

Tiefer in die Verlustzone

Vertikal integriert
 

Die Petrotec AG ist nach eigener Aussage Europas größter Produzent von abfallbasiertem Biodiesel. Der überwiegende Rohstoff sind Altspeisefette, umgangssprachlich auch als Frittenöl bezeichnet. Das Unternehmen verfügt über Kapazitäten von insgesamt jährlich 185.000 t an den beiden Standorten Südlohn-Oeding und Emden. Petrotec betreibt ein vertikal integriertes Geschäftsmodell - von der Entsorgung bei Restaurants und Lebensmittelverarbeitern über die Aufbereitung des Rohstoffs bis zur Produktion des Biodiesels. Abnehmer sind große Mineralölgesellschaften in Nordwest-Europa. Das Unternehmen beschäftigt rund 115 Mitarbeiter. (db)

Das Unternehmen hatte bereits im 1. Halbjahr 2014 operative Verluste eingefahren und ist im 3. Quartal 2014 tiefer in die roten Zahlen gerutscht. In den ersten neun Monaten summiert sich der operative Betriebsverlust (vor Zinsen und Steuern) auf 400.000 €. Im Vorjahreszeitraum 2013 hatte es noch einen Betriebsgewinn von 6,2 Mio. € gegeben. Entsprechend weist Petrotec für Januar bis September 2014 netto einen Periodenverlust von 1,6 Mio. € aus, nach einem Periodengewinn von 4,7 Mio. € im gleichen Neunmonatszeitraum des Vorjahres. Auch für den Rest des Jahres rechnet das Unternehmen mit Verlusten.

Neue rechtliche Rahmenbedingungen

Der Vorstand nennt zur Begründung die erschwerten Marktbedingungen auf dem abfallbasierten Biodieselmarkt. Noch komplizierter wird es möglicherweise im neuen Jahr. Dann gilt statt der bisherigen festen Beimischungsquote für Biokraftstoffe die Vorschrift, dass Mineralölhersteller die Treibhausgas-Emissionen senken müssen. Dies können sie durch die Beimischung verschiedener Biokraftstoffe tun. Biodiesel aus Frittenöl stellt sich besser, denn ihm wird eine Senkung von 83 Prozent Treibhausgase attestiert. Bei Biodiesel aus Raps beträgt der Pauschalwert 60 Prozent.

Unterschiedliche Regeln in Europa

Allerdings war Biodiesel aus Altspeisefetten auch bisher schon durch die doppelte Anrechnung auf die Beimischungsquote begünstigt. Diese Möglichkeit bleibt im Ausland erhalten – unter anderem in Frankreich und Großbritannien. Deswegen sieht die Geschäftsleitung vor allem dort längerfristig eine weiter steigende Nachfrage. (db)
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