Die Gewinnwarnung vor einigen Wochen kam nicht von ungefähr: Der Umsatz bricht um 36,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 60,9 Mio € ein, der Betriebsverlust (EBIT) im ersten Halbjahr 2015 beläuft sich auf 1,6 Mio. €. Belief sich der Verlust auf die einzelne Aktie umgerechnet im Jahr 2014 noch auf minus 0,04 €, sind es in diesem Halbjahr minus 0,10 €. Auch die zurückgelegten Geldmittel schrumpfen: Die Eigenkapitalquote des Unternehmens sinkt auf 44,6 Prozent.

Der nach eigener Aussage europäische Marktführer für abfallbasiertes Biodiesel macht die schwachen Marktbedingungen für den Einbruch verantwortlich. Das Verkaufsvolumen von Biodiesel sei von Januar bis zum 30. Juni auf 64.500 t gesunken, dies sei ein Rückgang um rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dafür verantwortlich sei ein Einbruch der Handelstätigkeiten um 81,3 Prozent auf 2.860 t - im selben Zeitraum 2014 waren es noch 15.275 t.

Preisverfall bei Altspeisefett

Die Handelsmargen fielen fast vollständig weg, hauptsächlich aufgrund des veränderten Regelwerks für den deutschen Markt. Der durchschnittliche Verkaufspreis fiel im ersten Halbjahr um mehr als 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dies habe sich negativ auf die Umsatzerlöse des Unternehmens ausgewirkt. Zugleich sanken die Preise auf dem Rohstoff-Markt nicht so stark, dass der Rückgang der Altspeisefettmethylester-Preise vollständig kompensiert werden konnten.

Trotz der schlechten Zahlen bleibt der Vorstand jedoch zuversichtlich: Das Unternehmen könne sich von den Verlusten erholen – „sobald sich Angebot und Nachfrage auf dem Markt wieder in geregelten Bahnen bewegen.“

Petrotec verlässt Börse

Die Petrotec AG wird ab dem 8. Oktober 2015 nicht mehr am regulierten Markt der Frankfurter Börse gelistet sein: Am 8. April 2015 hat die Frankfurter Wertpapierbörse den Antrag des Unternehmens auf Widerruf der Zulassung ihrer Aktien genehmigt. (az)
stats