Pferdefleischskandal kein Grund für Handelshemmnisse


Die EU-Kommission ruft im Pferdefleischskandal zur Ordnung. Ohne Risiken für den Verbraucher seien Handelsverbote fehl am Platz.

Das Ausmaß des Betrugs mit Pferdefleisch in Lebensmitteln, die als Rindfleisch deklariert waren, ist noch völlig offen. Dies sagt der Leiter der luxemburgischen Veterinärinspektion, Felix Wildschütz, der Nachrichtenagentur dpa. Derzeit werden vor allem in Frankreich in älteren Lagerbeständen Proben genommen.

Die augenblickliche Krise sei jedoch mit den EHEC-Erregern in Gemüsesprossen nicht zu vergleichen, stellte der Sprecher von EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg klar. Diesmal ginge es um einen Verstoß gegen die Kennzeichnungsregeln für Fleisch und nicht um Gesundheitsrisiken.

Handelsverbote seinen deshalb ausgeschlossen, erklärte der Sprecher. Die britischen Veterinärbehörden hätten das Frühwarnsystem der EU alarmiert, damit sich alle EU-Mitgliedstaaten gezielter an der Suche nach Pferdefleisch beteiligen können. Eine Rückverfolgbarkeit sei möglich, dauere aber ein paar Tage. Frankreichs Präsident François Hollande hat ebenfalls Sanktionen gegen möglicherweise betrügerisch arbeitende Firmen im Pferdefleischskandal angekündigt.

Überlegungen über mögliche Medikamentenrückstände in Rennpferden werden in der Presse angestellt. Kommt das Pferdefleisch aus Rumänien, gehen die Überlegungen aber eher in Richtung ausgedienter Zugpferde.

Zuerst aufgetaucht war Pferdefleisch bei dem britischen Händler Tesco, der Pferdefleisch in britischen Rindfleisch-Burgern gefunden hatte. In der britischen Presse werden die Anschuldigungen schärfer. Dort ist von kriminellen Vereinigungen die Rede. (Mö)
stats