Pflanzenschutz: Risiko liegt in der Anwendung


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In der EU sollen Risiken durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln vermindert werden. Der EU-Umweltministerrat hat sich in dieser Woche in Brüssel dem Anliegen der EU-Kommission angeschlossen. Damit ist der Weg frei für die EU-Agrarminister, konkrete Auflagen vorzusehen. Die Kommission möchte das Sprühen aus der Luft nur noch in Ausnahmefällen zulassen, eine Prüfung von Ausbringungsgeräten vorschreiben und für eine bessere Ausbildung der Anwender von Pflanzenschutzmitteln sorgen - und dies EU-weit. Die EU-Umweltminister haben sich auf dem Rat in dieser Woche den Zielen der Kommission im Wesentlichen angeschlossen. Danach sollen die EU-Mitgliedstaaten nationale Aktionspläne entwickeln, um das Risiko durch Pflanzenschutzmittel zu mindern. Das heißt nicht, dass die ausgebrachte Menge unbedingt reduziert werden muss. Stattdessen sollen gefährlichere Mittel durch ungefährlichere Mittel ersetzt werden. Durch eine sorgfältigere Ausbringung sollen Anwender und Oberflächengewässer zudem besser geschützt werden.

Nach dem allgemein gehaltenen Papier der Umweltminister soll nun der Agrarministerrat die Verhandlungen über die konkreten Maßnahmen übernehmen. Zur Diskussion steht eine "Rahmenrichtlinie zum nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln". Umstritten ist darin vor allem der Vorschlag der Kommission, den integrierten Pflanzenschutz ab 2014 zum Standard zu erklären. Das hätte zur Folge, dass der Landwirt für erhöhte Auflagen keine Prämien mehr bekommen kann. (Mö)

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