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Mit Überraschung und Verärgerung reagiert der Industrieverband Agrar (IVA), Frankfurt a.M., auf das geplante Reduktionsprogramm für Pflanzenschutzmittel. Verbraucherministerin Renate Künast hatte angekündigt, in den nächsten zehn Jahren den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um 15 Prozent senken zu wollen. "Im Reduktionsprogramm der Bundesregierung ist bisher die Rede davon, nicht Mengen, sondern mögliche Risiken für Gesundheit und Umwelt zu minimieren", kritisierte Oskar Böttcher, Hauptgeschäftsführer des IVA. "Das erreichen wir durch Forschung und Entwicklung, zu denen die europäischen Hersteller einen besonderen Beitrag leisten, und wir erreichen es durch Beratung und Weiterbildung der Landwirte." Eine simple Mengenreduktion gehe dagegen am Kern der Sache vorbei. Mit ihrer neuen Zielvorgabe unterstelle Künast im Übrigen, dass die Landwirte Pflanzenschutzmittel leichtfertig im Übermaß einsetzen. "Das tun sie schon deshalb nicht, weil es pure Verschwendung wäre", erklärte Böttcher.

Der Industrieverband Agrar e. V. ist der Zusammenschluss von Unternehmen der agrarchemischen und agrarbiologischen Industrie in Deutschland. Zu den Geschäftsfeldern der 48 Mitgliedsunternehmen gehören Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Schädlingsbekämpfung und Biotechnologie. (ED)

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