In Deutschland gezüchtete Pflanzensorten stehen künftig noch einfacher für weitere Züchtungsarbeit weltweit zur Verfügung. Projekt erstellt Online-Katalog.

Geschützte Pflanzensorten stehen für weitere Züchtungsarbeit jedermann zur Verfügung. Das wollen die deutschen Pflanzenzüchter noch deutlicher dokumentieren. Darum wurde auf der Grünen Woche eine Projektpartnerschaft zwischen dem Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP), dem Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) und der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) unterzeichnet.

Die BLE will dazu in einem Internetportal einige hundert moderne Sorten deutscher Pflanzenzüchter erfassen und beschreiben. Über dieses Portal sollen Züchter aus aller Welt auch Material für die weitere Züchtung anfordern können.

Der internationale Versand wird dann vom BDP koordiniert, berichtet der Verband auf Nachfrage der agrarzeitung (az). Auf diese Weise soll der Wert des Züchterprivilegs verdeutlicht werden: Die transparente und leicht zugängliche Präsentation der Sorten vereinfacht den Zugang in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Dieses Projekt unterstützt die Umsetzung des internationalen Saatgutvertrags, dem bislang 128 Staaten beigetreten sind. Dieser verpflichtet die Mitgliedstaaten, pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft langfristig zu erhalten und nachhaltig zu nutzen.

Hanns-Christoph Eiden, BLE-Präsident, kündigt an, sich dafür einzusetzen, dass alle weltweit bestehenden Systeme der Sortenarchivierung zentral bei der Welternährungsorganisation FAO zusammengeführt werden. (brs)
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