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Trotz konstruktiver und praktikabler Vorschläge von Seiten der Pflanzenzuchtunternehmen, verweigere der Deutsche Bauernverband (DBV) die Zustimmung zu einem gemeinsamen Konzept für einen Erprobungsanbau von gentechnisch veränderten Pflanzen. Wie der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) nach den ergebnislosen Gesprächen vom Dienstag mitteilt, scheiterten die Verhandlungen an einer Einigung über den Umgang mit Haftungsansprüchen die durch den Eintrag von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in konventionelle Produkte entstehen könnten. Man verstehe die Haltung des DBV, der die vorgesehene gesetzliche Regelung zur Haftung als überzogen betrachte. Die Schlussfolgerung des DBV, der seinen Mitglieder vorschlägt auf einen Erprobungsanbau zu verzichten, sei jedoch ein Trugschluss. Wie der BDP ausführt, mache ein Erprobungsanbau gerade aufgrund der bestehenden Unsicherheiten Sinn, um Erkenntnisse zu gewinnen. Das Vorgehen des Bauernverbands widerspreche dessen Forderungen, Erfahrungen im Anbau und wichtige Erkenntnisse für die noch ausstehenden rechtlichen Regelungen zur guten fachlichen Praxis zu sammeln. Ein fachlich ausgereiftes Konzept würde Schäden sowohl bei den Landwirten als auch bei deren Nachbarn praktisch ausschließen. Die geforderte Haftungsverpflichtung für Pflanzenzuchtunternehmen stehe außerdem im Widerspruch zur deutschen und europäische Rechtssystematik. (ED)
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