Recycling

Phosphor aus Klärschlamm


In Deutschland fallen bei der kommunalen Abwasserbehandlung pro Jahr rund 60.000 t Phosphor an, so das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Davon werden derzeit nur etwa 50 Prozent wieder genutzt. Bis etwa zur Hälfte des deutschen Phosphorbedarfs könnte aus dem hierzulande anfallenden Klärschlamm gedeckt werden und so die Abhängigkeit von ausländischen Phosphorproduzenten reduzieren, so das BMBF. Phosphor findet nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in vielen technischen Bereichen Verwendung.

Suche nach Alternativen

Für Klärschlamm werden derzeit alternative Verwertungsmöglichkeiten gesucht. Grund dafür sind die bevorstehenden Novellierungen der  Düngemittelverordnung. Die Bundesregierung beabsichtigt, die Klärschlammausbringung zu Düngezwecken stark einzuschränken, um so Trinkwasser und Meere besser zu schützen. Zugleich soll Phosphor, der für die Landwirtschaft ein unerlässlicher Mineraldünger ist, als Rohstoff aus dem Abwasserstrom zurückgewonnen werden.

Technik im Detail

Grundlage der halbtechnischen, vom BMBF geförderten und nun eingeweihnten Pilotanlage in Nürnberg ist das sogenannte Metallurgische Phosphorrecycling-Verfahren. Das Herzstück der Anlage ist ein Kupolofen, der üblicherweise zur Herstellung von Gusseisen aus Schrott und Roheisen verwendet wird: In ihm wird der Klärschlamm bei Temperaturen von bis zu 2.000°C eingeschmolzen. Die Technologie wird erstmalig in dieser Größenordnung und für die Verwertung von Klärschlamm erprobt.

In dem vom BMBF mit 4,2 Mio. € geförderten Vorhaben arbeiten unter der Leitung der Klärschlammverwertung Nürnberg GmbH zwei Wirtschaftspartner sowie vier Forschungseinrichtungen zusammen. Die Pilotanlage ist Teil der BMBF-Fördermaßnahme "Zukunftsfähige Technologien und Konzepte für eine Energieeffiziente und Ressourcenschonende Wasserwirtschaft" in dem BMBF-Rahmenprogramm "Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA)". (mrs)
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