Pilotprojekt: Zertifizierte Beizstellen als Lösungsansatz

Zur Qualitätssicherung von gebeiztem Saatgut ist die Zertifizierung von Beizstellen ein Ansatz. Eine umfassende Checkliste wurde in dem Pilotprojekt "zertifizierte Rapsbeizstelle" erstellt. Seit zwei Jahren hat eine Arbeitsgruppe von Wissenschaftlern des Julius-Kühn-Instituts (JKI) gemeinsam mit dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) daran gearbeitet, die Prozesse in den Beizanlagen für Raps zu optimieren und zu analysieren. Das Projekt habe gezeigt, wie eine nachhaltige Qualitätssicherung künftig aussehen kann, erklärte Andrea Mertens vom Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) während der DLG-Wintertagung gestern in München. Geschultes Personal sei ein wichtiger Punkt zur Verbesserung der Beizqualität. Die Abeitsgruppe habe eine über 80 Positionen umfassende Checkliste für die Überprüfung der Rapsbeizstellen entwickelt. Der dabei erstellte Auditbericht soll künftig als Grundlage für die spätere Zertifizierung dienen.

Voraussetztung für eine Zertifizierung seien beispielsweise Untersuchungen zum Beizgrad, dem Staubgehalt und dem Abrieb. Darüber hinaus müssten die Ergebnisse dokumentiert werden und Rückstellmuster vorliegen. Derzeit würden die ersten Beizstellen zertifiziert, so Mertens. Das Projekt könnte auch Vorbild für andere Kulturen sein. Seit dem Bienensterben im Jahr 2008 arbeiten der BDP, Hersteller und Beizmittelanbieter intensiv am Aufbau eines Qualitätssicherungssystems. (ai)
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