Österreich

Pilotprojekt zur Einkommensversicherung

Österreichische Landwirte können sich traditionell gegen Hagel und einige Extremwetterereignisse versichern. Anders als in den USA gibt es aber noch keine Möglichkeit, sich gegen Preisschwankungen abzusichern. Die Österreichische Hagelversicherung bereitet nach einem Bericht des Wiener Agrarinformationszentrums AIZ ein Pilotprojekt für eine Ertrags- und Erlösentgangsversicherung für Landwirte nach US-Vorbild vor. Es soll im Jahr 2016 bei 50 oder 60 buchführenden Betrieben starten.

Weizen als Testkultur

Die teilnehmenden Betriebe sollen mindestens 40 ha Weizenfläche bewirtschaften. Weizen wird als Testkultur für das Pilotprojekt herangezogen, weil er an Warenterminbörsen gehandelt werden kann. Für die Landwirte bedeutet die Teilnahme am Pilotprojekt nach AIZ-Angaben einen zusätzlichen administrativen Aufwand, vor allem für flurgenaue Ertragsaufzeichnungen. In dem Pilotprojekt der Österreichischen Hagelversicherung soll auch die staatliche Unterstützung geprüft werden.

Unterschiede zwischen EU und USA

In den USA übernimmt der Staat nach Angaben des AIZ-Berichts 62 Prozent der Prämie für alle Risiken. In der EU haben sich dagegen Versicherungsmodelle bisher nicht durchgesetzt. Im Vorfeld der jüngsten Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) gab es zwar Ideen, die Einkommensversicherungen in der 2. Säule der GAP auszubauen. Dafür fanden sich jedoch keine Mehrheiten. Vorerst basiert in der EU die Einkommensabsicherung auf Direktzahlungen. In den USA sind solche Direktzahlungen mit der jüngsten Farm Bill wieder abgeschafft worden. (db)
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