Nach einem schwachen Vorjahresergebnis, legt Archer Daniels Midland (ADM) heute erfreulichere Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 vor. Kurz darauf gibt der Konzern Pläne für ein Joint-Venture mit Glencore bekannt.

ADM bewegte 2014 viel Getreide.
-- , Foto: ADM
ADM bewegte 2014 viel Getreide.
Unter dem Strich verbucht ADM ein Ergebnis von 701 Mio. US-$ für das 4. Quartal per 31. Dezember 2014, nach 374 Mio. US-$ im Vorjahr. Das gesamte Geschäftsjahr schließt der Konzern mit einem Ergebnis von 2,2 (Vorjahr:1,3) Mrd. US-$ ab. Im 4. Quartal 2014 weist ADM im Agrarsegment, das den Handel, die Erfassung und Verarbeitung von Getreide umfasst, ein operatives Ergebnis von 435 Mio. US-$ aus, eine Steigerung um 234 Mio. US-$ im Vergleich zur Vorjahresperiode. 2014 hatte der Konzern von einem regen Erfassungs- und Handelsgeschäft dank großer US-Ernten profitiert.

Im Ölsaatengeschäft ergibt sich dagegen ein zweigeteiltes Bild: Die Ergebnisse im nordamerikanischen und europäischen Mark bezeichnet ADM als „stark“. ADM-Chef Juan Luciano erwartet, dass „solide Verarbeitungsmargen und gute Exportchancen“ auf diesen beiden Teilmärkten sich auch im laufenden 1. Quartal 2015 bemerkbar machen dürften.

Südamerika-Geschäft soll sich erholen

In Südamerika dagegen hatten niedrige Verarbeitungsmargen und eine geringe Abgabebereitschaft der südamerikanischen Erzeuger das Ergebnis getrübt. Für die Region rechnet Luciano mit einer „Erholung“ des Ölsaatengeschäfts in Folge hoher Ernten. Das 4. Quartal schließt die Sparte mit einem operativen Ergebnis von 395 Mio. US-$ ab, das sind 107 Mio. US-$ weniger als im Vorjahr.

Das Geschäft mit Bioethanol in den USA werde derzeit durch ein Überangebot am Markt belastet, wie ADM weiter bekannt gibt. Hier rechnet der Konzern damit, dass die Margen künftig unter Druck stehen werden.

Exportabwicklung gemeinsam mit Glencore

Wenige Stunden nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen gab ADM zudem bekannt, seinen Exportterminal im nordbrasilianischen Hafen Barcarena im Bundesstaat Pará, künftig gemeinsam mit Glencore betreiben zu wollen. Dazu wolle man Glencore einen Anteil von 50 Prozent an dem Terminal verkaufen. Angaben zu dem Verkaufspreis machte ADM nicht. Die Veräußerung sei Teil der Konzernstrategie, die Kapitalerträge zu steigern, so CEO Juan Luciano. Im Verbund mit Glencore könne man den wachsenden, brasilianischen Agrarmarkt auf kostensparende Weise bedienen.

Gemeinsam  wollen die Agrar-Giganten die Abwicklung in dem Terminal von 1,5 Mio. t auf 6 Mio. t Ölsaaten und Getreide pro Jahr vervierfachen. Das entsprechend ausgebaute Terminal soll auch Panamax-Schiffe abfertigen können.

Die zuständigen Aufsichtsbehörden müssen dem Verkauf noch zustimmen. ADM geht jedoch davon aus, dass die Genehmigung noch in der ersten Jahreshälfte erfolgen wird. (pio)
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