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Die agrarpolitischen Initiativen des Berufsstandes zur nachhaltigen Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Eiweißpflanzen stoßen bei der Bundesregierung und der EU-Kommission auf Interesse, ohne dass diese konkrete Umsetzungsstrategien einleiten. "Dies steht im Widerspruch zur geforderten Verbesserung des Verbraucherschutzes sowie einer gläsernen Produktion bei der Bewältigung der BSE-Krise", erklärte Dr. Klaus Kliem, Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop), Bonn.
Um langfristig die wirtschaftseigene Eiweißversorgung der Tierbestände zu verbessern, seien die Verfügbarkeit von leistungsfähigen Zuchtsorten bei Futtererbsen, Ackerbohnen und Lupinen in entsprechenden Saatgutmengen Voraussetzung. Züchter und Vermehrer für Basis- und Z-Saatgut benötigen vor der diesjährigen Frühjahrssaussaat positive Signale dafür, dass sowohl der Markt, aber auch die agrarpolitischen Entscheidungsgremien bereit sind, die Wettbewerbsposition dieser heimischen Körnerleguminosen nachhaltig aufzuwerten. Hinweise von Seiten der Politik auf die reichliche Versorgung des Sojabohnen- und Sojaschrotmarktes wirkten hierbei kontraproduktiv, erklärte der Ufop-Vorsitzende, da dies für Züchter und Erzeuger von Körnerleguminosen-Saatgut keinen Anreiz biete, die erforderlichen Investitionen zu tätigen. Deshalb fordere die Ufop schnellere und wirksamere Signale für die heimischen Körnerleguminosen, sowohl von Seiten der Futtermittelwirtschaft als auch von der Politik. (ED)
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