Report Saatgut Sommergetreide

Platz für Sommergetreide aufgeteilt


Startklar: Auf die Aussaat im Frühjahr sind Saatgutanbieter vorbereitet und warten die Bestellungen ab.
-- , Foto: Dieter Schütz / pixelio.de
Startklar: Auf die Aussaat im Frühjahr sind Saatgutanbieter vorbereitet und warten die Bestellungen ab.

Bei einem konstanten Anbau von Winterungen im Herbst 2015 mit 5,5 Mio. ha und einer relativ stabilen Maisfläche bleibt wenig Spielraum für Veränderungen bei der Aussaat von Sommergetreide in Deutschland. Auch für dieses Jahr wird das Areal bei etwa 540000 ha liegen. Davon wird Sommergerste mit rund 366000 ha den größten Teil einnehmen. Neben der großen Beachtung, die Braugerste erhält, wissen Erzeuger regional auch Sommerfuttergerste zu schätzen. Hafer ist mit rund 120000 bis 125000 ha die zweitwichtigste Sommerung.

Sommerweizen könnte sich mit 50000 ha als eine konstante Größe halten. Obwohl die Kultur keinen großen Anbauumfang erreicht, ist sie für zahlreiche Betriebe fruchtfolgebedingt sehr wichtig – nicht nur in Jahren mit Auswinterung. Weil die Vermehrungsflächen für diese Sorten gering sind, sollten interessierte Erzeuger rechtzeitig Z-Saatgut ordern, erinnert unter anderem der Saatbauverband West.

Triticale wird die restliche Fläche belegen. Marktteilnehmer erwarten sogar noch einen kleinen Rückgang der Sommertriticale-Flächen. „Die Aussaatbedingungen für Wintergetreide waren gut. Und die Preisaussichten für Sommergetreide sind gegenüber den Winterungen einfach zu schwach“, kommentiert ein Kenner der Branche die aktuelle Situation. Die Sommerungen werden in diesem Jahr auf unter 10 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche fallen.

Mit Saatgut für Sommerungen ist der Markt gut versorgt. Die Vermehrungsflächen wurden kaum reduziert und sorgen für ein ausreichendes Angebot an Sorten.

Spekulationen über Auswinterungen halten wie in jedem Jahr die Unsicherheit über die tatsächliche Fläche aufrecht. Regionale Unterschiede in der Witterung machen die Gespräche darüber reizvoll. Speziell der Norden Deutschlands verfügt zu Jahresbeginn über eine ausreichende Schneedecke. Andere Regionen haben fast noch keinen Schnee gesehen. In Polen ist von Kahlfrösten die Rede. „Wenn sich Anzeichen von Auswinterung zeigen, wird sich der Markt schon regen“, so die abwartende Haltung eines Marktteilnehmers.

Erzeuger haben im vergangenen Jahr erste Erfahrungen mit der Erfüllung der Greening-Auflagen gesammelt. Die starke Verunsicherung ist ausgeräumt. Leguminosen haben sich als Fruchtart bewährt. Viele Landwirte sind gut zurechtgekommen. Im vergangenen Jahr hat sich der Anbau von Futtererbsen nahezu verdoppelt auf knapp 80000 ha. Eine erneute starke Flächenexpansion wird nicht erwartet. (dg/brs)
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