1

In den von Trockenheit betroffenen Regionen, vor allem im Nordwesten Polens verdüstern sich die Ertragsaussichten. Dessen ungeachtet sind die Getreidepreise in Polen kräftig unter Druck. In Euro ist polnischer Brotweizen zwar noch teuer. Anfang dieser Woche notiert die Börse Rol-Petrol einen Preis von 820 PLN/t, umgerechnet etwa 245 €/t loko Niederschlesien. Das Niveau übertrifft die Ab-Stationspreise im benachbarten Sachsen um fast 40 €/t. Für die polnischen Landwirte sind die Preise in nationaler Währung dennoch weniger attraktiv, weil sie Nachteile durch den starken polnischen Zloty haben. Mit einem Kurs von 3,37 PLN/EUR hat er binnen eines Jahres zum Euro um 11 Prozent zugelegt.

Der teure Zloty zieht überdies Getreideimporte an. Brotweizen kommt nach Aussage von Marktbeobachtern aus Deutschland. Hinzu gesellen sich umfangreiche Lieferungen von Futterweizen und Mais aus der Ukraine. Entspannung ist vorerst nicht in Sicht, zumindest so lange in den Nachbarländern Polens eine hohe Getreideernte in Aussicht ist. Das Agrarökonomische Institut in Warschau hat für Juli Weizenpreise von 620 bis 660 PLN/t in Aussicht gestellt. (En)

stats