Polen macht Tempo für Flächenverkäufe

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Die Privatisierung von rund 2,3 Mio. ha staatlichem Agrarland will Polens Agrarminister Marek Sawicki beschleunigen. Es handelt sich um Flächen ehemals volkseigener Betriebe. Sie werden von der Warschauer Agentur ANR verwaltet – ein Pendant zur deutschen BVVG, die für die Privatisierung in Ostdeutschland zuständig ist. In Polen sind von dem gesamten ANR-Land zurzeit 1,8 Mio. ha verpachtet. Jetzt sollen wachstumswillige Landwirte bevorzugt an Flächen kommen, die mit dem Ende von Pachtverträgen frei werden, berichtet die Tageszeitung Gazeta Wyborcza. Denn noch ist die Agrarstruktur in Polen mit einer durchschnittlichen Betriebsfläche von 7 ha entwicklungsbedürftig.

Die Zeitung nennt einen weiteren Grund für die Anstrengungen in Warschau. Ab dem Jahr 2012 dürfen auch Ausländer Agrarland kaufen. Bislang sind solche Investitionen unterbunden. Polen hatte 2004 mit dem EU-Beitritt eine 7-jährige Übergangsfrist ausgehandelt, um zu verhindern, dass kapitalkräftige westeuropäische Landwirte große Agrarflächen aufkaufen. (db)

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