Polen möchte Arbeitskräfte auf dem Land halten

1

Die Arbeitskräfte, die durch den anstehenden Strukturwandel in der polnischen Landwirtschaft freigesetzt würden, sollten das Land nicht verlassen. Diesen Wunsch äußerte kürzlich Wladislaw Piskorz, zuständig für den Agrarsektor in der polnischen Vertretung vor der EU in Brüssel. Mit Hilfe von Entwicklungsprogrammen für den ländlichen Raum sollten den freigesetzten Arbeitskräfte eine Perspektive in der eigenen Region gegeben werden. Die Regierung in Warschau habe kürzlich ein nationales Gesetz zur ländlichen Entwicklung verabschiedet. Wichtig seien aber auch Mittel aus dem EU-Haushalt für die Strukturpolitik. Das Konzept der multifunktionalen Landwirtschaft füge sich gut zu den Bedürfnissen des ländlichen Raumes in Polen, erklärte Piskorz. Dort gebe es über 2 Mio. Betriebe mit mehr als einem Hektar Land, von denen nur wenige wettbewerbsfähig seien. Umfangreiche Produktionsüberschüsse seien nach dem EU-Beitritt Polens nicht zu erwarten. Die größten Preisunterschiede gebe es bei Milch, Zucker und Rindfleisch. Dort könne sich die Produktion aber gar nicht übermässig ausdehnen, weil sie in der Gemeinsamen Agrarpolitik durch Quoten beschränkt werde. (Mö)
stats