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Polen regt an, in der EU über ein neues Sicherheitsnetz für Getreide nachzudenken. Eine solche Rückkehr zur Intervention soll für den Fall von „nicht vorhersehbaren Lebensmittelkrisen“ eingerichtet werden. Das ist einer der Vorschläge, mit denen sich Polens Landwirtschaftsminister Marek Sawicki verstärkt in die aktuelle Diskussion um notwendige Reformen der EU-Agrarpolitik einbringen möchte. In einer Bilanz seiner ersten 100 Tage im Ministeramt berichtete er gestern bei einer Pressekonferenz in Warschau von einer „veränderten Wahrnehmung Polens“ in der EU. Als weiteren Erfolg seiner bisherigen Tätigkeit als Agrarminister stellte er die Wiederaufnahme der polnischen Fleischexporte nach Russland heraus.

Größte Herausforderung ist es jetzt für Sawicki, die Auszahlung der EU-Mittel für den ländlichen Raum 2007 bis 2013 auf den Weg zu bringen. Allein für die Landwirtschaft stehen im polnischen Programm PROW in diesem Zeitraum 17,2 Mrd. € zur Verfügung, für die zum Teil schon Anträge gestellt worden sind. Diese waren jedoch offenbar in der zuständigen Warschauer Behörde ARiMR seit längerer Zeit nicht mehr bearbeitet worden. (En)

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