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Ab dem 12. August 2008 soll in Polen die Einfuhr von Futtermitteln, die gentechnisch veränderte (GV-)Bestandteile enthalten, verboten werden. Mit dieser Ankündigung hat gestern Landwirtschaftsminister Marek Sawicki eine Kehrtwende vollzogen. Das Einfuhrverbot für GV-Futtermittel war noch unter der nationalkonservativen Vorgängerregierung geplant worden. Mit dem Regierungswechsel änderte sich zunächst das Bild. Der seit November 2007 amtierende Agrarminister Sawicki wollte das Verbot kippen, da es seiner Ansicht nach die Wettbewerbsfähigkeit der polnischen Veredelungswirtschaft verringert. Betroffen wären die meisten Schweinemäster, die Sojaschrot verfüttern. Seit Ende Januar 2008 hat sich in Polen dazu eine heftige Debatte entwickelt, zumal die EU-Kommission zu diesem Zeitpunkt auch den Druck wegen des nationalen Anbauverbots von GV-Sorten erhöht hat. Das Thema ist der polnischen Bevölkerung schwer zu vermitteln. Sawicki, der als Agrarminister eigentlich die Rahmenbedingungen für die Landwirte stärken möchte, ist zuletzt mit seiner Position ins Hintertreffen geraten. (En)
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