Getreideexporte

Polen will schneller an den Weltmarkt

Die nationale Getreideföderation (KFPZ) plant den Bau eines weiteren Getreideterminals im Hafen von Danzig. Er soll für die Exporte polnischen Getreides dienen, vor allen in die Absatzmärkte im Nahen Osten und in Nordafrika. Den Exportüberschuss in Polen beziffert die KFPZ mittlerweile auf jährlich 4 bis 8 Mio. t. Damit diese Mengen bewältigt werden können, müsse ein Tiefwasserterminal zur Verfügung stehen, zitiert die polnische Presseagentur PAP den KFPZ-Präsidenten Rafal Malankiewicz.

Der Danziger Hafen hat nach Informationen von PAP die Verpachtung von Flächen für den Bau und den Betrieb eines Tiefwasserterminals ausgeschrieben. Ausdrücklich erwähnt wird in der Ausschreibung, die bis zum 14.November läuft, der Umschlag von Getreide und Importfuttermitteln. Die Getreideföderation will Lagerhallen und Silos im nördlichen Teil des Hafens von Danzig nutzen, deren Bau in den 1990er Jahren angefangen, aber nie beendet wurde. Bereits mit der vorhandenen Infrastruktur ließen sich 8.000 t pro Tag verladen, meint die KFPZ. Das sei im internationalen Vergleich nicht viel, aber für polnische Häfen eine der höheren Ladekapazitäten für Getreide, relativierte Malankiewicz die Leistung. In den ersten beiden Jahren könnte der Betrieb des Terminals eine Ausfuhr von rund 500.000 t bis zu 1 Mio. t Getreide pro Jahr bewältigen. In einem zweiten Bauabschnitt ließe sich diese Kapazität erhöhen.

Polen hat 2014 eine Rekordgetreideernte eingefahren, die mit 31,8 Mio. t alle Vorjahresergebnisse in den Schatten stellt. Bereits die Ernte 2013 war mit 28,4 Mio. t etwa 6 Prozent höher als im mehrjährigen Durchschnitt ausgefallen. Im Wirtschaftsjahr 2013/14 könnte Polen etwa 4,0 Mio. t Getreide exportiert haben. Entsprechend höher sind die Erwartungen in diesem Jahr.(db)
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