Polens Schweinehalter stocken ab


Die polnischen Mäster und Zuchtsauenhalter treten kräftig auf die Bremse. Ein neuer Tiefstand der Schweinezahl ist erreicht. Um rund 6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat sind die Bestände Ende März 2011 gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken, berichtet die Statistikbehörde in Warschau. Mit etwa 13,1 Millionen Schweinen ist ein neuer Tiefstand markiert. Ähnlich niedrig war die Zahl zuletzt Ende März 2009, als weniger als 13,3 Millionen Tiere registriert worden waren.
Anschließend hatten die Mäster aufgestockt. Mitte 2010 standen 14,9 Millionen Schweine in den polnischen Ställen. Allerdings haben die Zuchtsauenhalter seither die Bestände eingeschränkt, so dass ein Rückgang der Tierzahlen im Jahr 2011 absehbar war. Die Entwicklung wird sich fortsetzen, weil Ende März 2011 die Sauenzahlen um 16 Prozent kleiner als im Vorjahresmonat gewesen sind.

Als Grund für die massive Einschränkung der polnischen Schweinehaltung nennt das Statistikamt, dass die Mast im Jahr 2010 in Polen nicht wirtschaftlich gewesen sei. Im Durchschnitt des Gesamtjahres haben die Mäster 16 Prozent weniger erlöst als 2009. Gleichzeitig sind die Futtergetreidepreise im Jahresvergleich um 22 Prozent angestiegen, hat das Statistikamt errechnet. Es weist darauf hin, dass sich der Kostendruck im Frühjahr 2011 noch erhöht hat. Die Schweinepreise sind zwar gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14 Prozent gestiegen. Futtergetreide ist jetzt jedoch fast doppelt so teuer wie im Frühjahr 2010.

In Polen existiert ein ausgeprägter Schweinezyklus. Fast 19 Millionen Schweine im Sommer 2006 markieren das bisherige Hoch, die jetzigen 13,1 Millionen das vorläufige Tief. Der aktuell niedrige Bestand reicht nicht aus, um eine Selbstversorgung in Polen sicher zu stellen. Für deutsches Schweinefleisch bieten sich lukrative Absatzmöglichkeiten. (db)
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